Das Welpenhaus und die neidische KAtze

Der Dezember schritt voran und damit rückte auch der Umzug meiner Oma voran, die mit Sina bald wegziehen würde. Ich war traurig, weil ich Sina sehr gern hatte, aber man kann Menschen nicht aufhalten, sondern nur brav hinterher dackeln. Wie bei allen Umzügen sammelte sich auch bei meiner Oma viel Krempel an, den man nicht mitnehmen kann oder möchte und diesen Krempel konnte man nur versuchen zu verkaufen, zu entsorgen oder zu verschenken. Und so bekamen wir ein paar ihrer Sachen geschenkt. Kyra erbte eine coole Liege, die man über der Heizung befestigen konnte, was ja eh einer ihrer Lieblingsplätze war. Die beiden Kater meiner Oma waren zu schwer, um sie benutzen zu können, wahrscheinlich wäre die Liege wie ein Plastiklöffel abgeknickt, wenn einer der schweren Kerle sich draufgelegt hätte, für die zarte Kyra war der Liegeplatz hingegen wie gemacht. Mama und Papa hatten das Sofa nämlich so gestellt, dass zwischen der Wand mit den Heizungen, den Fenstern und Kyras Kratzbaum und dem Sofa etwas Platz war und sie sich, wenn sie Ruhe von uns brauchte, zurückziehen konnte. Diese Liege war damit natürlich das Tüpfelchen auf dem i. Doch nicht alles, was Mama und Papa bekamen, war für Kyra.

Eine ausgediente Katzenhütte war für mich als Welpenclubhaus gedacht.

Ich hatte nämlich eine Vorliebe für Höhlen entwickelt und mich ein paar Tage zuvor in der untersten Höhle des Katzenkratzbaums versteckt. Mama hatte mich überall gesucht und dann große Augen gemacht, als sie mich gefunden hatte.

Ich liebte die Hütte sofort. Kyra schaute neidisch von oben herunter, aber auch aus strategischen Gründen wäre so ein Haus denkbar ungünstig- wenn sie da drin säße, hätte sie keinen Fluchtweg vor uns.  Nachts kletterte sie hin und wieder hinein, fand dann aber wohl unseren Hundeduft nicht besonders verlockend und trat das Häuschen hoheitsvoll an uns ab.

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