Das Essig-Attentat

Wenn man seine Menschen nicht permanent im Blick behält, machen sie nur Blödsinn!

Ein Beispiel gefällig? Seit einer Weile habe ich ein neues Hobby: Holzbildhauerei.

Mein aktuelles Projekt ist der Couchtisch. Er stammt ursprünglich von einer Oma meines Papas und war ein Geschenk zum Einzug, der Tisch ist wahrscheinlich schon alt, so wie er schmeckt, und auf ihm liegen meistens wichtige Sachen wie die Fernbedienung.

Das wichtigste für mich ist unten jedoch eine Querstrebe, die mich unheimlich stört. Darum habe ich mich entschieden, daran meine Zähnchen zu wetzen. Mama hat mich ständig davon fortgejagt, aber ich bin immer wieder rangegangen. Bis heute.

Heute war Mama in der Uni und hat sich mit ihrer Freundin unterhalten, die das Frauchen des Labradors Finn ist. Sie hat Finn schon seit er klein ist und kennt sich so ganz gut mit nützlichen Erziehungstipps aus und nun hat sie meiner Mama einen ganz tollen Tipp gegeben!

Mama kam heim und wischte meine Lieblingsknabberstelle mit einem nassen und säuerlich stinkenden Lappen ab. Von unten sah diese bereits aus wie erzgebirgische Holzkunst. Ich beeilte mich, herauszufinden, was sie damit getan hatte und bis prüfend hinein. Böser Fehler! Ich schüttelte den Kopf und nieste erschrocken, bevor ich davon galoppierte und in sicherer Entfernung stehen blieb. Lucy hatte das beobachtet und tippelte nun heran, um selbst nachzusehen, was los war. Auch sie prallte zurück, nieste und bellte gleich empört. Meine Mama rieb mit dem stinkenden Zeug alle Möbel ein, die am besten geeignet waren, um zu Nagen und unser vorwurfsvoller Blick verfolgte sie. Wahrscheinlich hatte sie geglaubt, Papa und sie könnten diese Nacht in Ruhe schlafen, aber wenn wir nicht bis nachts um drei knuspern können, müssen wir halt miteinander bis nachts um drei kämpfen.

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